Was ist Aromatherapie und welche Wirkung haben Duftöle?

30.10.2019 11:53

Aromatherapie kann im Alltag eine tolle Ergänzung sein. Es gibt viele Beschwerden, für die der Arzt nicht direkt die passende Lösung hat. Manchmal handelt es sich einfach um die Nebenwirkungen von Medikation, die die Lebensfreude trüben können. Erhöhter Stress, Nervosität und schlechter Schlaf können einem mit der Zeit sehr zusetzen. Aromatherapie kann dich unterstützen. Bei dieser Anwendung werden Pflanzenextrakte genutzt, die als ätherische Öle bezeichnet werden. Es wird vor allem der olfaktorische Sinn, also der Geruchssinn des Menschen, angesprochen.

schlaflosigkeit

Was sind ätherische Öle?

Ätherische Öle können aus verschiedenen Pflanzenteilen wie Blüten, Kräutern, Baumrinde, Wurzeln oder Blättern gewonnen werden. Die Zellen, die den Geruch der Pflanze steuern, werden häufig als Essenz oder Äther bezeichnet. Wenn diese Essenz von Pflanzen extrahiert wird, entstehen ätherische Öle (engl.: Essential Oils).

Ätherische Öle sind stark verarbeitet und sehr aufwendig herzustellen. Jede Pflanze enthält nur wenig Essenz, sodass sich beispielsweise aus Beispiel 200 kg Lavendelblüten nur ein einziges Kilo ätherischen Öls herstellen lässt.

In der Aromatherapie kommen jedoch nicht nur ätherische Öle zum Einsatz. Reine ätherische Öle werden nicht mit anderen Duftstoffen oder chemischen Substanzen verdünnt. Stattdessen werden hier aufwändige Verfahren genutzt, sodass die Pflanze bei Herstellung auf Zellebene der Essenz nicht geschädigt wird. Bekannte Ätherische Öle, die für die Aromatherapie genutzt werden, sind zum Beispiel Lavendel, Salbei, Lemongrass und Bergamotte.

Die Geschichte der Aromatherapie

In der Geschichte der Menschheit ist Aromatherapie bereits seit tausenden von Jahren bekannt. Alte Hochkulturen in China, Indien, Ägypten und vielen anderen Orten dieser Welt haben aromatische und duftende Pflanzen in Balsam und Ölen verarbeitet. Diese natürlichen Substanzen wurden nicht nur zu medizinischen Zwecken angewandt, sondern auch im religiösen Kontext. Dem besonderen Duft wurde dabei nachgesagt, nicht nur körperliche, sondern auch psychologische Effekte zu haben.

Die Destillation von ätherischen Ölen, wie sie uns auch heute noch bekannt ist, geht auf die Perser zurück und wurde als Technik rund um das Jahr 1000 n. Chr. entwickelt. Die Praxis war bereits zuvor in Gebrauch, wurde nun jedoch optimiert. Im 16. Jahrhundert wurden in Deutschland erste Texte über die Gewinnung pflanzlicher Öle gedruckt. Während im 19. Jahrhundert die Schulmedizin und die Entwicklung von Medikamenten auf dem Vormarsch waren, nutzten in Frankreich und Deutschland einige Ärzte noch immer botanische Stoffe im Kampf gegen Krankheiten.

Der Begriff „Aromatherapie“ wurde von einem französischen Parfümeur und Chemiker geprägt und in einem Buch 1937 zum ersten Mal gedruckt. Er hatte zuvor die heilende Wirkung von Lavendel in der Behandlung von Brandwunden entdeckt. In seinem Buch diskutiert René-Maurice Gattefossé die unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten von ätherischen Ölen für die Behandlung von Gesundheitsbeschwerden.

So funktioniert Aromatherapie

Experten sind sich einig, dass die Wirkung von Aromatherapie in der Nase beginnt. Mit Aufnahme des Geruchs werden bestimmte Rezeptoren in der Nase angesprochen, die Signale durch das Nervensystem bis ans Gehirn weiterleiten. Erst hier wird der Geruch interpretiert und wir können ihn wahrnehmen. Unterschiedliche Aromen können unterschiedliche Gehirnpartien aktivieren. Das Limbische System beeinflusst zum Beispiel die Emotionen und Empfindsamkeit von uns Menschen. Der Hypothalamus, der ebenfalls häufig durch Aromatherapie gereizt wird, gibt Serotonin frei und sorgt dafür, dass wir uns besonders gut und entspannt fühlen.

Die Bedeutung der Gerüche

Wenn du dich schon einmal näher mit Düften beschäftigt hast, dann kennst du vielleicht die Begriffe Herznote oder Kopfnote. Grundsätzlich besitzt jeder Geruch eine Flüchtigkeit. Das besagt, wie lange dieser für uns wahrnehmbar ist, bevor er verfliegt. Ein guter Duft kann lange zurückbleiben aber auch zügig verfliegen. hat Gerüche, die lange zurückbleiben, aber auch solche, die zügig verfliegen. So entsteht eine angenehme Mischung, die auch bei längerem Nutzen noch aufregend bleibt.

Basisnote

Die Basisnote von ätherischen Ölen hat die geringste Flüchtigkeit. Dieser Duft bleibt am längsten erhalten. Häufig sprechen die Basisnoten ätherischer Öle unsere Stressrezeptoren an.

Herznote

Der Duft mit mittlerer Flüchtigkeit ist die Herznote. Diesen wird nachgesagt, den Stoffwechsel anzuregen. Typische Noten sind zum Beispiel Pfefferminz oder Fenchel.

Kopfnote

Die Kopfnote verfliegt am schnellsten und ist dadurch besonders wertvoll. Hiermit werden unsere Gefühle angesprochen. Zu Kopfnoten zählen die Gerüche von Salbei und Lavendel.

lavendel

Gesundheitsvorteile von Aromatherapie

Aromatherapie ist keine Alternative zu herkömmlicher Medizin. Einige Beschwerden können jedoch durch den zusätzlichen Einsatz von ätherischen Ölen gelindert werden.

  • Schmerzmanagement
  • Verbesserte Schlafqualität
  • Stressreduktion
  • Linderung bei Gelenkschmerzen
  • Behandlung von Kopfschmerzen und Migräne
  • Linderung bei Geburtsschmerzen
  • Kampf gegen Bakterien, Viren und Pilze
  • Unterstützung der Verdauung
  • Stärkung des Immunsystems

Zur Behandlung von Krankheiten mit Aromatherapie muss in jedem Fall ein Arzt konsultiert werden. Generell sollte Aromatherapie von Privatpersonen nur zur Verbesserung des eigenen Wohlbefindens eingesetzt werden und ersetzt nicht die konventionelle Therapie.

Aromatherapie vs. Schulmedizin

Als alternative Medizin hat Aromatherapie immer einen schwierigen Stand im Vergleich zur klassischen Schulmedizin. Vielen Wirkungen der ätherischen Öle liegen jedoch plausible und wissenschaftliche Erklärungen zugrunde. Studien haben die entspannende oder vitalisierende Wirkung von vielen Düften längst unter Beweis gestellt und konnten dabei auch Effekte auf die Psyche oder bestimmte Krankheitsbilder festhalten. Positive Wirkungen sind zum Beispiel immer wieder bei Demenz-Patienten oder Krebspatienten feststellbar, sodass Ärzte neben der klassischen Behandlung auch häufig zum Einsatz von Aromatherapie raten.

Einige Öle haben eine antibakterielle und schleimlösende Wirkung, sodass Aromatherapie bei Erkältungsbeschwerden für Linderung sorgen kann.

Auch wenn es bisher noch keinen Konsens gibt und weitere Studien durchgeführt werden müssen, deuten gewonnene Erkenntnisse darauf hin, dass Aromatherapie wirksam ist und hunderttausendfach berichtete positive Erfahrungswerte malen ein sehr überzeugendes Bild.

Mögliche Behandlungsgebiete

Als alternative Heilungsmethode sollte die Behandlung von Krankheiten mit Aromaölen niemals auf eigene Faust begonnen werden. Sprich dafür immer mit deinem Arzt und Heilpraktiker und suche dir bei gesundheitlichen Problemen immer zuerst professionelle Hilfe. Verlass dich niemals nur auf die Effekte von Aromatherapie, gerade wenn ernsthafte Erkrankungen vorliegen. Positive Erfahrungen mit der Aromatherapie konnten bereits bei folgenden Krankheitsbildern gemacht werden.

  • Asthma
  • Arthritis
  • Schlagstörungen
  • Müdigkeit und Schwächegefühl
  • Depression und depressive Verstimmung
  • Entzündungen
  • Neuropathie und Erkrankungen des peripheren Nervensystems
  • Menstruationsbeschwerden
  • Alopezie
  • Menopause
  • Potenzstörungen

öl                         zitronen

Der Ablauf einer Aromatherapie

Du möchtest die positive Wirkung von ätherischen Ölen am eigenen Leib erfahren? Wir erläutern dir gern den typischen Ablauf der Öltherapie.

Auswahl des ätherischen Öls

Es gibt unzählige ätherische Öle, die aus verschiedensten Pflanzen gewonnen werden. In der Aromatherapie wird jedem Öl und damit auch jedem Aroma eine besondere Wirkung zugeschrieben, die in der Therapie spezifisch genutzt werden soll. In der Regel wird das Öl auf Basis der zugrundeliegenden Beschwerden ausgewählt. Bei der Verwendung von ätherischen Ölen kannst du selbst entscheiden, ob du eher mehr Vitalität und Lebensfreude oder für Ruhe und Entspannung sorgen möchtest. In unserem Angebot findest du auch Chakra-Öl, mit dem du gezielt energetische Blockaden in deinem Körper lösen kannst.

Dauer der Behandlung

Aromatherapie ist im Normalfall für eine dauerhafte Anwendung gedacht. Eine einzelne Sitzung hat bereits positive Wirkungen, starke Effekte stellen sich jedoch erst nach gewisser Zeit ein. Eine Sitzung sollte etwa eine bis zwei Stunden dauern. Du kannst den Effekt der Aromatherapie stärken, indem du diese Zeit gezielt für Achtsamkeitsübungen, Meditation oder zur Entspannung nutzt. Wiederhole die Therapie wöchentlich.

Mögliche Nebenwirkungen von Aromatherapie

Die meisten ätherischen Öle sind sicher in der Anwendung, gerade wenn sie von einer hochwertigen Quelle bezogen worden. Trotzdem sollten bei Verwendung stets einige Vorkehrungen getroffen werden, um das Risiko zu minimieren.

Wende ätherische Öle niemals direkt auf der Haut an. Es handelt sich dabei um hochkonzentrierte pflanzliche Öle, die in der Form gar nicht in der Natur vorkommen. Viele Pflanzenöle können zu Irritationen und Reizungen oder sogar stärkeren Nebenwirkungen führen. Soll eine Anwendung auf der Haut durchgeführt werden, raten wir dir immer dazu, die Durchführung mit einem Heilpraktiker abzustimmen. Benutze dann in jedem Fall ein Trägeröl, um die Konzentration des Öls zu reduzieren und es zu verdünnen. Einige Öle, wie die von Zitruspflanzen, machen die Haut empfindlicher gegenüber Sonnenlicht. Wendest du Bergamotteöl oder Zitronenöl an solltest du dich deshalb im Anschluss möglichst nicht im direkten Sonnenlicht aufhalten.

Kinder, Schwangere oder stillende Frauen sollten ätherische Öle nur mit Vorsicht und unter ärztlicher Aufsicht anwenden. Einige Öle sollten vermieden werden.

Die orale Aufnahme oder die Verwendung von ätherischen Ölen im Trinkwasser oder der Lebensmittelzubereitung sollten vermieden werden. Andernfalls kann es zu starken Gesundheitsbeschwerden und sogar irreversiblen Schäden kommen, da die Öle Leber oder Nieren schädigen können.

Die Nebeneffekte einer fehlerhaften Verwendung von ätherischen Ölen beinhalten:

  • Hautrötungen
  • Asthmaattacken
  • Kopfschmerz
  • Allergische Reaktion
  • Hautreizungen
  • Übelkeit
  • Etc.

Menschen mit Heuschnupfen, Asthma, Epilepsie, erhöhtem Blutdruck, Ekzemen und Schuppenflechte sollten ätherische Öle nicht oder nur unter ärztlicher Anleitung verwenden.

Generell gilt: Als Einsteiger in der Aromatherapie ist es ratsam, wenn du mit einem erfahrenen Aromatherapeuten, Heilpraktiker oder Arzt über dein Vorhaben sprichst. Setze dich außerdem immer kritisch mit der Qualität der Öle auseinander. Es gibt hier keine gesetzlichen Regulationen, sodass es je nach Hersteller zu starken Qualitätsunterschieden kommen kann.

Aufbewahrung deiner Öle

Aromaöle sind hochkonzentriert und aus diesem Grund auch stark empfindlich für alle äußeren Einflüsse. Willst du lange Freude an deinen Ölen haben, solltest du daher auch auf eine sachgemäße Aufbewahrung achten. Verschließe dein Öl nach jedem Gebrauch wieder fest und bewahre es an einem kühlen und dunklen Ort auf. Gelangt zu viel Luft an das Duft-Öl, kommt es zu chemischen Reaktionen, die das Öl und dessen Wirkungsweise verändern können. Achte außerdem immer auf das Verfallsdatum deines Duft-Öls. Es sollte nicht zu lange aufbewahrt werden, da sonst die Wirkung nicht mehr gewährleistet ist.

Fazit

Während du die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten ätherischer Öle für dich entdeckst, solltest du stets aufmerksam sein. Andere Öle und Techniken werden dich auf verschiedene Arten und Weisen beeinflussen. Wenn du dir unsicher bist, solltest du dich immer mit einem Arzt in Kontakt setzen. Aromatherapie ist nie als ausschließliche Behandlungsmethode im Krankheitsfall begleiten, kann jedoch die schulmedizinische Behandlung ergänzen und das Wohlbefinden steigern.

Hast du noch Fragen rund um das Thema Aromatherapie? Unser Service-Team hilft dir gern weiter.

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